sozialparkett
caveng.SOZIALPARKETT

Ausrangierte Tischplatten, Regalbretter, Schranktüren und sonstige Möbelteile, die im öffentlichen Raum Neuköllns wild entsorgt wurden Oder aus den Wohnungen, Kellern, Dachböden Und Gartenlauben der NeuköllnerInnen Und Neuköllner stammen, wurden zu Parkett verarbeitet und als Sozialer Bodenbelag im Museum Neukölln auf 120 qm verlegt.
Seit dem 17.3.2011 kann das NEUKÖLLNER SOZIALPARKETT in der Berliner Malzfabrik begangen und besichtigt werden. Weitere Infos finden Sie hier >


Hertzbergstrasse

caveng.SOZIALPARKETT

caveng.Leiste

 

Die Stadt | Der Müll

 

927‘601 t Haus- & Sperrmüll wurden im Jahr 2007 in Berlin entsorgt. Einige Tonnen findet man in Neuköllns Straßen. Von Schuhen bis zur Sofaecke, alles, was an verbrauchter Schönheit aus den reichhaltigen Beständen des Wohnens den privaten Raum der Bewohner verlassen hat und dem öffentlichen übergeben wurde.

Diese entwerteten Materialien, die als „Spuren“ der Bewohner im Bezirk sichtbar sind, die oft ein Hindernis darstellen, manchmal ein Ärgernis, aber durchaus auch faszinieren und über diverse Wohnungseinrichtungen spekulieren lassen, wurden über Monate gesammelt und zu NEUKÖLLNER sozialPARKETT verarbeitet. In der Materialsammlung befanden sich die unterschiedlichsten Regalbretter, Schranktüren, Küchenmöbel, Tisch- & Arbeitsplatten, Kopf- & Fussende von Betten, selbstgefertigte Bilder, usw.

Während der Sammelphase diente ein Ladenlokal in der Okerstrasse als SOZIALPARKETTSTUBE - Sammelstelle und Ort der Kommunikation mit der Neuköllner Bevölkerung.

Auf den Seiten FuNde und SPENDEN wurden fortlaufend die zur Verfügung gestellten und zu Parketthölzern verarbeiteten Materialien präsentiert.

Einige Details der Enstehungsgeschichte dokumentiert der SOZIALPARKETT-BLOG auf Wordpress.

caveng.SOZIALPARKETT

Auf Dem Gesellschaftsparkett

caveng_sozialparkett

Parkett, welches seit dem 16.Jh. als hochwertiger Fußboden verlegt wird, erfüllt nicht allein die Funktion eines ein Bodenbelages, sondern ist gleichzeitig gesellschaftliche Repräsentationsfläche.
Durch die Möglichkeiten der industriellen Fertigung zwar längst nicht mehr der Oberschicht vorbehalten, haftet dem Parkett - im Gegensatz zum Laminat - immer noch ein Hauch von Exklusivität an.

In der Umsetzung mit Materialien der modernen Möbelindustrie, eben Pressspan, MDF, etc, werden die kostbaren Hölzer der Parkettverarbeitung durch kunststoffbeschichtete Imitate ersetzt. Aus den kurzlebigen Billigprodukten der Wohnkultur entsteht in der Transformation ein Produkt, welches mit einem Reigen von Mustern und Farben künstlicher Oberflächen eine neue Ästhetik und Wertigkeit erhält.

Gleichzeitig macht die Verwendung von ausrangierten, aus dem persönlichen Gebrauch stammenden Möbelstücken, die von den Lebensumständen und dem Geschmack ihrer einstigen Besitzer erzählen, das Parkett zur sozialen Plastik.

Parkett als sprachlicher Topos
Auch der Sprachgebrauch schätzt das Parkett: man kann eine „kesse Sohle aufs Parkett legen“ oder sich sonstwie darauf vergnügen - vorausgesetzt man beherrscht das entsprechende gesellschaftliche Regelwerk. Nur mit den Kenntnissen des richtigen Benimms, ist es möglich, einen Fuß auf das politische, wirtschaftliche, diplomatische oder das Kunstparkett zu setzten und elegante Kreise auf dem „Gesellschaftsparkett“ zu drehn. Auslegeware gegen Parkett zu tauschen, bedeutet soziale Anerkennung und gesellschaftliche Zugehörigkeit.

Das Sozialparkett öffnet diesen Zugang für jedermann und ist also nicht nur eine Aufwertung von „Abfallmaterial“, sondern spielt mit der im „Gesellschaftsparkett“ steckenden Idee von sozialer Anerkennung und Erfolg.

caveng.SOZIALPARKETT
 

 

 

Karte.Sozialparkett Karte.Sozialparkett Karte.Sozialparkett Karte.SOZIALPARKETT Karte.SOZIALPARKETT Karte.SOZIALPARKETT Karte.SOZIALPARKETT